Eintrag von Florian: Cho Oyu – Expeditionsabenteuer

Am letzten Tag im ABC (advanced base camp) möchte und darf auch ich (Florian) mich zu Wort (bzw. Schrift) melden.
Gleich zuerst bedanke ich mich bei Ruap (Rupert) und Alix, dass sie über die lange Zeit hinweg gewissenhaft und ausführlich
über unsere Erlebnisse berichtet haben!

Viel größerer Dank gilt den beiden aber dafür, dass sie mich bei meinem ersten – weitere werden hoffentlich folgen 😉 –
Expeditionsabenteuer so weit wie möglich unterstützt haben. Nicht immer ein leichtes Unterfangen… hihihi

Wie den Berichten zu entnehmen ist, durften wir hier inmitten einer fantastischen Bergkulisse die Höhen und Tiefen des Höhenbergsteigens erleben. Mein uneingeschränkter Respekt gilt in diesem Zusammenhang Ruap (auch als Expeditionsleiter) und
Alix, die unter widrigsten Umständen gegen Wind und Kälte den Gipfelsieg willensstark erkämpfen konnten.

Herzliche Gratulation an die beiden, denen man die absolute Leidenschaft zum Bergsteigen in jeder Sekunde ansieht.
Ich glaube für mich die richtige – wenn auch sehr schwere – Entscheidung getroffen zu haben. Vielleicht auch unter dem
Motto: weniger ist mehr…

Abreise Cho Oyu: Ausrüstung trocknen und sortieren

Bereits um 6.30 Uhr wache ich auf und mache mich daran, den Bericht für die letzten ereignisreichen Tage zu verfassen. Ich hoffe, es steht nicht zu viel Unsinn in den Berichten.

Der heutige Tag wird dazu genutzt, unsere schnell zusammengepackte Ausrüstung zu trocknen und sortieren. Bereits morgen wollen wir aus dem Basislager abreisen.

Abstieg Cho Oyu: Abbau der Lagerkette – Gipfeltorte im Basislager

Wenn man glaubt, der Gipfel sei geschafft und somit die härteste „Arbeit“ getan, der irrt. Nun mussten Alix und ich, die komplette Lagerkette bis ins Basislager abbauen und die Ausrüstung hinunterschleppen.

Cho Oyu Abstieg - Abbau der Lagerkette
Cho Oyu Abstieg - Abbau der Lagerkette

Insgesamt waren das 4 Zelte, 4 Kocher jede Menge Kleingram und natürlich die perönliche Ausrüstung. Eine Arbeit, die uns nochmals Alles abverlangte. Ab Lager 1 erleichterten uns 3 Träger, die uns Florian vom Basislager aus organisierte, den Abstieg. Ausserdem kam uns Florian noch mit Getränken (Cola und für mich ein Bier)entgegen.

Danke Florian.

Im Basislager angekommen, wurden wir mit ausgezeichneter Kost verpflegt. Zum Abendessen gab es dann noch eine Gipfeltorte. Glücklich und Zufrieden verkrochen wir uns in unsere Zelte.

Erfolgreiche Besteigung Cho Oyu: Gipfelgang bei -30 Grad

Geplanter Start für den Gipfelgang: 03.00 Uhr Tagwache: Alix fängt bereits um 01.30 Uhr mit ihren Vorbereitungen an. Ich und Florian sind da etwas später dran. Um 03.00 Uhr entschließe ich, dass wir die Abgangszeit auf 04.00 Uhr verschieben. Der Wind peitscht einfach zu stark um unser Zelt. Die Zuversicht eines erfolgreichen Gipfelgangs schwindet ein wenig. Um 04.15 Uhr war es dann so weit. Trotz des stárken Windes und der eisigen Temperaturen (ca. – 30 Grad) setzten wir zum Versuch an. Bereits das Anlegen der
Steigeisen bereitet unter diesen Umständen große Probleme.

Nach knapp 100 Höhenmetern Aufstieg teilt mir Florian mit, dass er unter diesen Umständen nicht in der Lage sei, mit zum Gipfel zu kommen. Er entscheidet sich, umzudrehen und abzusteigen. Eine Entscheidung, die man bei diesen Verhältnissen nicht nur akzeptieren sondern gut heißen musste.

(Erster Achttausender und alles andere als gute Verhältnisse). Alix (bereits sehr erfahrene Achttausender Geherin) und ich entschließen uns, trotz schwindender Gipfelchancen diese zu nutzen. Der Aufstieg über das „Gelbe Band“ und dem anschließenen Colouir geht auf Grund der bereits fixierten Seile schnell und ohne Probleme.
Danach steigen wir nicht über die lawinengefährdete Normalroute weiter, sondern ich wähle eine Variante nach links um über die dortigen Felsen eine sichere Spur zu finden. Nach ca. 5 Stunden Aufstieg durch die Nordwestflanke des Cho Oyu erreichen wir das
Gipfelplateau. Von hier aus sind es noch ca. 1,5 Stunden bis zum eigentlichen Gipfel.

Diese 1,5 Stunden wurden nochmals zur Prüfung. Der starke Wind peitschte uns ins Gesicht. An eine Rast war zu keiner Zeit zu
denken. Um cs. 11.15 Uhr erreichten wir den Gipfel. Ein beeindruckendes Gefühl auf 8.201 m zu stehen. In dieser Besteigungszeit sind wir erst die 2. und 3. Bergsteiger, denen es gelang, den Gipfel zu erreichen.

Besteigung Cho Oyu: Rupert Hauer
Rupert Hauer auf dem Gipfel des Cho Oyu

Erfolgreiche Besteigung Cho Oyu: Alix von Melle
Alix von Melle auf dem Gipfel des Cho Oyu

Insgesamt waren ca. 450 Bergsteiger, die den Cho Oyu im Herbst (Nachmonsun) besteigen wollten. Einzig dem deutschen Bergsteiger, der einen Tag vor uns startete, gelang ebenfalls der Gipfelgang.

Schnell 2 Fotos und sofort wieder retour. Bereits um ca. 14.00 Uhr erreichen wir Lager 3. Meine Entscheidung, gleich ins „Intermediate Camp“ auf 6.850 m abzusteigen erfreute Alix nicht gerade. Sie akzeptierte jedoch meine Argumente und so bauten wir Lager 3 ab und nahmen unsere im Lager 2 zurückgelassene Ausrüstung mit.
Im „Intermediate Lager“ glücklich angekommen, gab es nur noch den Weg in unsere warmen Schlafsäcke.
Über Funk nahm ich Kontakt zu Florian auf. Dieser war bereits gesund im Basislager angekommen. Natürlich ist ein erfolgreicher Gipfelgang nicht nur vor Ort plan- und durchführbar.

Bedanken möchten wir uns dafür bei Luis Stitzinger (Produktmanager Expeditionen beim DAV Summit Club) der uns ausführlichst mit den Wetterentwicklungen versorgt hat. Last but not least, Danke auch an „meinen“ Webmaster Andreas Hüsch, der alle meine Berichte (ich hoffe ohne zu viele Änderungen) auf meine Homepage gestellt hat.

Danke nochmals an alle!!!!!

Gipfelerfolg am Cho Oyu: Rupert und Alix erreichen den Gipfel

Wie schon im letzten Bericht geschrieben, wollten Alix, Rupert und Flo am 02.10. gipfelwärts Richtung Cho Oyu steigen. Heute erhielt ich die Nachricht von Rupert’s Tochter, dass Rupert und Alix den Gipfel erreicht haben und wieder gut im Lager angekommen sind. Florian Reininger ist auf 7.600 Meter umgedreht.

Damit war die Cho Oyu Expedition vom DAV Summit Club erfolgreich. Weitere Infos folgen, wenn die drei wieder Internet-Zugang haben. Es können die Champagnerflaschen in Mauterndorf und Höhenkirchen kalt gestellt werden.

Alix hat damit nach dem dem Dhaulagiri (8167 m Nepal), dem Nanga Parbat (8125m Pakistan) und dem Gasherbrum II (8035 m Pakistan) ihren insgesamt vierten 8000er bestiegen. Damit ist sie die erste deutsche Bergsteigerin, die 4 Achttausender bestiegen hat. Damit löste sie die deutschte Extrembergsteigerin und ihr Vorbild, Gaby Hupfauer, ab, welche Ende der 80er Jahre mit 3 bestiegenen Achttausendern deutsche Alpingeschichte schrieb.

Für Rupert ist es nach dem Dhaulagiri der zweite Achttausender.

Herzlichen Glückwunsch!!!