Ojos del Salado – am höchsten Vulkan der Welt

20.Dez.2012     Direkt von Santiago bin ich alleine mit dem Bus nach Copiapo unterwegs. Mein Ziel ist die Besteigung des Ojos del Salado, mit 6.893 m der 2. höchste Berg Amerikas.

Fuer mich war diese Reise ein Wahnsinn. Allein die Anfahrt durch die Wüste Atacama war ein großes Abenteuer – mit dem Jeep durch die Wüste – alleine (wenig Plan von Allradfahrzeugen) – weit und breit niemand. Alle 2 bis 3 Stunden sah ich irgendwo ein Auto – Wahnsinn.

Natuerlich bin ich dann im sogenannten Nirgendwo im Sand steckengeblieben. Eh kloa. Hab dann ca. 1,5 Stunden geschaufelt (erinnerte mich an Lignano – nur a bissl weniger Leut). Die Geier kreisten schon über mir. Westernstimmung kam auf. Gott sei Dank kam dann ein Jeep mit „erfahrenen Leuten“. Die hatten den Gelaendewagen sofort startklar.

Danach Auffahrt zum Refugio Atacama 5.200m. Dort traf ich einen Chilenen der gerade runterkam. Erfrorene Zehen und Finger – zwar nicht extrem aber auch nicht normal. Ich hab mich dann entschlossen, gleich am naechsten Morgen (20.12.) den Gipfel in Angriff zu nehmen. Wettervorhersage – Ab ca. 11.00 Uhr wieder starke Winde am Gipfel.

Bin also um 04.00 Uhr bei der Atacamahuette los, erreichte um ca. 06.00 Uhr die Tejoshuette auf 5.800 m. Dort wurde es dann richtig kalt – mit meiner guten Ausruestung aber kein Problem.

Um genau 11.00 Uhr erreichte ich dann den Gipfel. Der versprochene Wind liess nicht auf sich warten. Nach der kurzen Kletterstelle kroch ich auf allen 4 zum Gipfel. Kurze Rast, Fotos und Eintrag ins Gipfelbuch (dort liegt wirklich ein Gipfelbuch).

Um ca. 13.15 Uhr war ich dann wieder bei der Atacamahuette. Fuhr gleich ab und naechtigte bei der Laguna Santa Rosa. Wettertechnisch wieder die richtige Entscheidung. Um ca. 14.30 Uhr war dann vom Berg nicht mehr viel zu sehen. Nebel und Sturm. Auch fuer die naechsten Tage war nicht viel besseres vorausgesagt. (Wieder Glueck auf meiner Seite).

Der Aufstieg war schon etwas hart. 1600 Hm in einem zu gehen, dies nach langer Anreise – haett ich fast ein bissl unterschaetzt. Kann mich jetzt in euch hineinfuehlen, wie es für euch (die Nido-Gruppe) am Aconcagua war.

So schnell geht es – am 20.12. um 11.00 Uhr am Gipfel, am 21.12. um ca. 10.00 Uhr am Pazifik. Die Anschlusstour hat sich voll ausgezahlt. Bin froh, dass ich das gemacht habe. Psychisch (alleine in der Wueste) und physisch eine volle Herausforderung.

Jetzt bin ich wieder zurück in Copiapo – endlich wieder Hotelbett.

Das war wirklich eine beeindruckende Reise. Zuerst den Cerro Aconcagua und dann noch den Ojos del Salado.
Ich wünsche allen die mich kennen (und die mich nicht kennen) frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.
Rupert