Erfolgreiche Besteigung Cho Oyu: Gipfelgang bei -30 Grad

Geplanter Start für den Gipfelgang: 03.00 Uhr Tagwache: Alix fängt bereits um 01.30 Uhr mit ihren Vorbereitungen an. Ich und Florian sind da etwas später dran. Um 03.00 Uhr entschließe ich, dass wir die Abgangszeit auf 04.00 Uhr verschieben. Der Wind peitscht einfach zu stark um unser Zelt. Die Zuversicht eines erfolgreichen Gipfelgangs schwindet ein wenig. Um 04.15 Uhr war es dann so weit. Trotz des stárken Windes und der eisigen Temperaturen (ca. – 30 Grad) setzten wir zum Versuch an. Bereits das Anlegen der
Steigeisen bereitet unter diesen Umständen große Probleme.

Nach knapp 100 Höhenmetern Aufstieg teilt mir Florian mit, dass er unter diesen Umständen nicht in der Lage sei, mit zum Gipfel zu kommen. Er entscheidet sich, umzudrehen und abzusteigen. Eine Entscheidung, die man bei diesen Verhältnissen nicht nur akzeptieren sondern gut heißen musste.

(Erster Achttausender und alles andere als gute Verhältnisse). Alix (bereits sehr erfahrene Achttausender Geherin) und ich entschließen uns, trotz schwindender Gipfelchancen diese zu nutzen. Der Aufstieg über das „Gelbe Band“ und dem anschließenen Colouir geht auf Grund der bereits fixierten Seile schnell und ohne Probleme.
Danach steigen wir nicht über die lawinengefährdete Normalroute weiter, sondern ich wähle eine Variante nach links um über die dortigen Felsen eine sichere Spur zu finden. Nach ca. 5 Stunden Aufstieg durch die Nordwestflanke des Cho Oyu erreichen wir das
Gipfelplateau. Von hier aus sind es noch ca. 1,5 Stunden bis zum eigentlichen Gipfel.

Diese 1,5 Stunden wurden nochmals zur Prüfung. Der starke Wind peitschte uns ins Gesicht. An eine Rast war zu keiner Zeit zu
denken. Um cs. 11.15 Uhr erreichten wir den Gipfel. Ein beeindruckendes Gefühl auf 8.201 m zu stehen. In dieser Besteigungszeit sind wir erst die 2. und 3. Bergsteiger, denen es gelang, den Gipfel zu erreichen.

Besteigung Cho Oyu: Rupert Hauer
Rupert Hauer auf dem Gipfel des Cho Oyu

Erfolgreiche Besteigung Cho Oyu: Alix von Melle
Alix von Melle auf dem Gipfel des Cho Oyu

Insgesamt waren ca. 450 Bergsteiger, die den Cho Oyu im Herbst (Nachmonsun) besteigen wollten. Einzig dem deutschen Bergsteiger, der einen Tag vor uns startete, gelang ebenfalls der Gipfelgang.

Schnell 2 Fotos und sofort wieder retour. Bereits um ca. 14.00 Uhr erreichen wir Lager 3. Meine Entscheidung, gleich ins „Intermediate Camp“ auf 6.850 m abzusteigen erfreute Alix nicht gerade. Sie akzeptierte jedoch meine Argumente und so bauten wir Lager 3 ab und nahmen unsere im Lager 2 zurückgelassene Ausrüstung mit.
Im „Intermediate Lager“ glücklich angekommen, gab es nur noch den Weg in unsere warmen Schlafsäcke.
Über Funk nahm ich Kontakt zu Florian auf. Dieser war bereits gesund im Basislager angekommen. Natürlich ist ein erfolgreicher Gipfelgang nicht nur vor Ort plan- und durchführbar.

Bedanken möchten wir uns dafür bei Luis Stitzinger (Produktmanager Expeditionen beim DAV Summit Club) der uns ausführlichst mit den Wetterentwicklungen versorgt hat. Last but not least, Danke auch an „meinen“ Webmaster Andreas Hüsch, der alle meine Berichte (ich hoffe ohne zu viele Änderungen) auf meine Homepage gestellt hat.

Danke nochmals an alle!!!!!