Cho Oyu Besteigung: Lager 2 auf 6850m Höhe

Nachdem wir den 17.9. für einen Ruhetag im Basislager

genutzt und unsere Ausrüstung für den Aufstieg ins Lager 2 zusammengestellt haben, ging es am 18.9. wieder los.
Wir stiegen über den bereits bekannten Weg (inklusive den doch sehr anstrengenden „Killerhang“) zu Lager 1 (6.410 m) auf und nächtigten zum ersten Mal auf dieser Höhe. Für den Körper (vor allem für den Kopf) eine unangenehme Nacht.

Am 19.9. stiegen wir dann weiter auf zu Lager 2. Aus taktischen Gründen entschieden wir uns das Lager nicht wie die meisten anderen Expeditionen auf 7.100 m zu errichten, sondern bereits auf 6.850 m. Unser Lager steht jetzt ca. 100 m oberhalb der ersten
Schlüsselstelle, dem sehr steilen „Serac“ (Steilstelle im Eis), welche sehr gut mit Fixseilen abgesichert ist. Nachdem es seit Eintreffen im
Basislager jeden Nachmittag zu schneien begann, ist die Lawinengefahr am Berg nicht zu unterschätzen.

Dies war mitunter einer der Gründe, dass wir unser Lager 2 bereits auf 6.850 m errichteten. Expeditionsmitglieder von „Amical“ berichteten von einem Lawinenabgang oberhalb des Lagers 2, bei dem 7 Mitglieder einer Chinesischen Mannschaft mitgerissen und 3 davon mit Arm- bzw. Beinbrüchen geborgen werden mussten.

Cho Oyu Basislager Vollmond
Cho Oyu Basislager Abendstimmung

Der Abtransport aus dieser Höhe war dementsprechend schwierig. Leider ereignen sich auf diesem „leichten“ Achttausender einige
Zwischenfälle. Höhenkrankheiten stehen an der Tagesordnung. Es sind dementsprechend viele Leute am Berg unterwegs. Der Berg hat schon „Westalpencharakter“. Wir blieben bislang von derartigen Zwischenfällen verschont.

Cho Oyu Besteigung Hochlager 1 und Aufstieg nach Hochlager 2
Cho Oyu Besteigung Hochlager 1 und Aufstieg nach Hochlager 2

Nachdem wir das Lager 2 errichtet haben, nächtigten wir eine 2. Nacht auf Lager 1 um unseren Körper besser auf die neue Höhe anpassen zu können. Am 20.9. stiegen wir dann bereits um 08.30 Uhr ins Basislager ab. Nun stehen 2 weitere Tage für Erholung im Basislager zur Verfügung. Es ist eine Freude für Geist und Körper, wieder eine gute Verpflegung, ein Einzelzelt und frische Getränke zu genießen. Dinge, die wir zu Hause nicht mehr zu schätzen wissen. (Das haben wir jedoch bereits vor der Expedition gewusst
– sollte keine Jammerei sein.)

Nun möchte ich noch die Möglichkeit nutzen, meiner Mutter zu ihrem 70igsten Geburtstag zu gratulieren. Leider mit 2 Tagen Verspätung, aber am Berg hatte ich keine Gelegenheit dazu. Also, alles Gute zu deinem 70iger.

Feier wird nachgeholt.

So, nun werden wir uns wieder der Erholung widmen und Kräfte danken. Unser nächster Plan bringt uns dann bereits auf eine Höhe von ca. 7.400 m (Aufbau Lager 3 bzw. Depot).

Besteigung Cho Oyu 1. Hochlager auf 6400 Meter – Killerhang

Am gestrigen Tag war es so weit. Es wurde die traditionelle Puya-Feier im Basislager von einem Sherpa abgehalten. Eine wunderschöne Feier, bei der die Götter gutgestimmt werden sollen, damit am Berg nichts passiert. Nach der Feier haben wir dann unsere Gemeinschaftsausrüstung zusammengestellt. Bei 3 Leuten kam ganz schön viel Gewicht zusammen. Deshalb haben wir uns entschlossen, einen Träger bis Lager 1 zu „chartern“. Heute, am 16.09.2010 sind wir dann um 07.00 Uhr gestartet. Wir stiegen auf zu Lager 1 auf 6.400 m und errichteten dort unsere Zelte.

Besteigung Cho Oyu 2010: Puya Messe im Basislager
Besteigung Cho Oyu 2010: Puya Messe im Basislager
Besteigung Cho Oyu: Alix und Flo am Killerhang
Besteigung Cho Oyu: Alix und Flo am Killerhang

Der Aufstieg über den berüchtigten „Killerhang“, ein ca. 400 Höhenmeter hoher, sehr steiler Schotterhang raubte unsere Kräfte. Nachdem wir unsere Hochlagerzelte aufgestellt haben, stiegen wir wieder ab ins Basislager um uns zu erholen. Für morgen ist ein Ruhetag geplant. Bisher läuft alles nach Plan, auch unsere Kondition scheint für die geplante Tour ausreichend zu sein.